Aphrodite – über Selbstliebe, Verbindung und das Erlauben von Nähe
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Selbstliebe ist eines dieser Worte, das viel benutzt und selten wirklich gefühlt wird. Oft klingt es nach Optimierung, nach Arbeit an sich selbst, nach etwas, das man „lernen“ oder „richtig machen“ muss. Doch echte Selbstliebe fühlt sich anders an. Sie ist kein Projekt. Sie ist eine Beziehung.
Aphrodite begegnet uns genau an diesem Punkt. Nicht als Ideal, nicht als makellose Figur, sondern als Erinnerung daran, dass Nähe – zu anderen und zu uns selbst – immer mit Erlaubnis beginnt. Mit dem Erlauben, zu fühlen. Zu empfangen. Und sich berühren zu lassen, ohne sich dabei zu verlieren.
Der Februar trägt diese Energie in sich. Eine Zeit, in der das Thema Liebe im Außen oft laut wird, während im Inneren Fragen auftauchen, die stiller sind.
Aphrodite und die Essenz der Liebe
Aphrodite gilt in der griechischen Mythologie als Göttin der Liebe, der Schönheit und der Anziehung. Doch ihre Bedeutung reicht tiefer als das, was oberflächlich sichtbar ist. Aphrodite steht nicht nur für romantische Liebe, sondern für die grundlegende Kraft, die uns mit dem Leben verbindet.
Ihre Entstehung aus dem Meer ist ein starkes Bild. Aphrodite entsteigt dem Wasser – dem Symbol für Gefühl, Tiefe und Bewegung. Sie bringt keine Ordnung, keine Struktur, keine Regeln. Sie bringt Verbindung. Zu sich selbst, zu anderen, zum eigenen Körper, zur eigenen Wahrnehmung.
Aphrodite erinnert daran, dass Liebe nicht gemacht werden kann. Sie entsteht dort, wo wir uns öffnen.
Selbstliebe als Beziehung, nicht als Leistung
Aphrodite konfrontiert uns mit einer unbequemen Wahrheit: Selbstliebe ist nichts, das man sich erarbeiten kann. Sie ist etwas, das wir zulassen müssen. Und genau das fällt vielen schwer.
Sich selbst freundlich zu begegnen, ohne sich ständig verbessern zu wollen. Sich zu erlauben, Bedürfnisse ernst zu nehmen, ohne sie zu rechtfertigen. Nähe zu sich selbst zuzulassen, ohne Angst davor, zu viel zu sein oder nicht genug.
Aphrodite steht für diese Form von Selbstannahme. Nicht perfekt. Nicht abgeschlossen. Aber lebendig.
Verbindung statt Kontrolle
Liebe wird oft mit Sicherheit verwechselt. Mit Festhalten, mit Klarheit, mit Kontrolle. Aphrodite zeigt eine andere Dimension. Sie steht für Verbindung, die frei bleibt. Für Nähe, die nicht besitzt. Für Beziehung, die nicht einengt.
Diese Haltung lässt sich nicht nur auf romantische Beziehungen übertragen, sondern auch auf die Beziehung zu sich selbst. Aphrodite fragt nicht: Wie kann ich mich optimieren?
Sie fragt: Wie kann ich mir näherkommen?
Diese Nähe entsteht nicht durch Analyse, sondern durch Wahrnehmung.
Aphrodite im Alltag
Im Alltag zeigt sich Aphrodite in kleinen Momenten. In der Art, wie wir mit uns sprechen. In der Frage, ob wir uns selbst zuhören oder übergehen. In der Bereitschaft, uns etwas Gutes zu tun, ohne es zu verdienen.
Aphrodite lädt dazu ein, Schönheit nicht als Anspruch zu sehen, sondern als Erfahrung. Als etwas, das entsteht, wenn wir präsent sind. Wenn wir uns erlauben zu genießen, ohne schlechtes Gewissen. Wenn wir weich werden, ohne uns zu verlieren.
Diese Form von Selbstliebe ist nicht laut. Aber sie verändert viel.
Der Februar und die Energie der Herzöffnung
Der Februar ist ein Monat der Nähe. Nicht nur im romantischen Sinn, sondern emotional. Nach der Klarheit des Januars darf es nun wärmer werden. Gefühlvoller. Menschlicher.
Aphrodite passt genau in diese Phase. Sie lädt dazu ein, nicht nur Entscheidungen zu treffen, sondern auch Beziehungen zu betrachten. Zu anderen. Und zu sich selbst. Wo ist Distanz entstanden? Wo wurde Nähe vermieden? Und wo darf sich etwas wieder öffnen?
Herzöffnung bedeutet nicht Verletzlichkeit um jeden Preis. Sie bedeutet Ehrlichkeit.
Liebe jenseits von Idealbildern
Aphrodite ist keine perfekte Göttin. Sie ist leidenschaftlich, widersprüchlich, emotional. Und genau darin liegt ihre Tiefe. Sie erinnert daran, dass Liebe nicht sauber und kontrolliert sein muss, um wahr zu sein.
Selbstliebe bedeutet in diesem Sinne nicht, sich immer gut zu finden. Sondern sich auch dann zu halten, wenn Zweifel auftauchen. Wenn Unsicherheit da ist. Wenn alte Verletzungen berührt werden.
Aphrodite steht für diese radikale Form von Annahme.
Eine Einladung zur Verbindung
Vielleicht möchtest du dir einen Moment nehmen und nach innen lauschen.
Wo hältst du dich selbst auf Abstand?
Wo wünschst du dir Nähe, erlaubst sie dir aber nicht ganz?
Und was würde sich verändern, wenn du dir selbst mit etwas mehr Weichheit begegnest?
Aphrodite erinnert daran, dass Liebe dort beginnt, wo wir aufhören, uns zu schützen, wo keine Gefahr mehr ist.
Aphrodite & die Steine des Februars
Im Februar wird Aphrodites Energie von Steinen begleitet, die Herzqualität, Sanftheit und emotionale Heilung in sich tragen. Rosenquarz, Blumenachat, Pinker Opal und Rhodonit vertiefen unterschiedliche Facetten von Selbstliebe und Verbindung.
Sie alle wirken nicht nach außen, sondern nach innen. Dort, wo Beziehung beginnt.
Ein leiser Abschluss
Aphrodite verspricht keine Sicherheit. Aber sie schenkt Nähe.
Und manchmal ist Nähe alles, was wir brauchen, um uns wieder lebendig zu fühlen.
Vielleicht beginnt Selbstliebe nicht mit einem Versprechen an dich selbst.
Vielleicht beginnt sie damit, dich nicht länger auf Abstand zu halten.